Archiv für den Monat: Juli 2016

STAdtradeln leicht rückläufig

Historie der Weßlinger STAdtradel-Ergebnisse

Historie der Weßlinger STAdtradel-Ergebnisse

Die Gemeinde Weßling hat dieses Jahr zum sechsten Mal am STAdtradeln teilgenommen. Im dreiwöchigen Aktionszeitraum vom 19. Juni bis 9. Juli haben 344 aktive Radlerinnen und Radler in 23 Teams 69.243 km zurückgelegt. Während die bundesweite Aktion Stadtradeln weiterhin stark wächst, sind die Teilnehmer- und Kilometerzahlen in Weßling wie fast im gesamten Landkreis STA leicht rückläufig. Dabei spielten sicherlich das übermächtige Fußballfieber und das durchwachsene Wetter in den ersten beiden Wochen eine Rolle, es ist aber auch eine gewisse STAdtradel-Müdigkeit sowohl bei den Radlerinnen und Radlern, als auch bei den Koordinatoren und Teamkapitänen erkennbar. Und so ist Weßling in der Bundeswertung Fahrradaktivste Kommune mit den meisten Radlkilometern pro EinwohnerIn mit 12,98 km erstmalig nicht unter den ersten drei, aber weiterhin mit Abstand führend im Landkreis.

In diesem Jahr hatte der Landkreis einen Preis von 2.000 € für die Kommune mit dem besten Ergebnis in der Wertung Fahrradaktivstes Kommunalparlament ausgelobt. Während in der Siegergemeinde Inning alle(!) Gemeinderäte mitmachten, ließen sich leider 14 der 21 Räte aus Weßling trotz freundlicher Aufforderung auch dieses Jahr nicht dazu bewegen, mit ihrer Teilnahme am STAdtradeln ein Zeichen für umwelt- und mitbürgerfreundliche Mobilität zu setzen – das ist entäuschend für die vielen ehrenamtlich tätigen STAdtradel-Engagierten im Ort. Allen STAdtradelverweigerern und –kritikern ist übrigens gemein, dass sie keinen konstruktiven Vorschlag für eine wirkungsvollere Aktion zur Förderung des Radfahrens haben.

Aber nach dem STAdtradeln ist vor dem STAdtradeln. Im kommenden Jahr werden die Karten neu gemischt und es besteht die Chance, mit neuen Ideen und Impulsen zu alter Stärke zurückzufinden. Der Anfang vom Ende des fossilen Zeitalters und die immer deutlicher erkennbare Zukunftsunfähigkeit der totalen Autogesellschaft werden den Zielen des STAdtradelns langfristig zum Durchbruch verhelfen – ganz unabhängig vom guten Willen der Weßlinger Gemeinderäte.

In der Postmoderne steht ein Auto nicht mehr für Prestige, sondern für Provinzialität und Abhängigkeit, während das Fahrrad ein Symbol ist für Jugendlichkeit und Flexibilität.

Aus dem Artikel Der Straßenkampf von Charlotte Parnack auf Zeit Online am 17. September 2015.

Weßling wird radlfreundlicher

Es gibt gute Nachrichten für Weßlinger Radler und Fußgänger: Am Bahnhof wurde eine Servicestation für Fahrräder installiert, und der Geh- und Radweg entlang der Staatsstraße 2068 wurde mit einer Beleuchtung ausgestattet.

Radlservicestation am Bahnhof

Radlservicestation am Bahnhof

Seit diesem Montag steht am Bahnhof hinter dem Eingang der Gemeindebücherei eine hochwertige Fahrradreparaturstation. Eine Radlaufhängung, angeleinte Werkzeuge und eine Luftpumpe ermöglichen es in unserem fahrradladenlosen Ort, Fahrräder wieder flott zu machen. Damit wird Weßling im Landkreis zum Vorreiter im Bereich Service, einer der vier Säulen der Radverkehrsförderung neben Infrastruktur, Information und Kommunikation.

Die Servicestation wurde entsprechend dem Vorschlag der Mobilitätswende mit dem Preisgeld für das landkreisbeste Ergebnis beim STAdtradeln 2015 angeschafft. Genauso wie die vorbildliche Abstellanlage beim Kiosk am See haben also die Weßlinger mit ihrem hervorragenden Einsatz beim STAdtradeln eine weitere gemeinnützige Einrichtung erradelt. Die Unkenrufe über sinnloses Gestrampel wurden einmal mehr widerlegt.

Geh- und Radwegbeleuchtung beim DLR

Geh- und Radwegbeleuchtung beim DLR

Weniger plakativ, aber mindestens genauso nützlich ist die neue LED-Beleuchtung des Geh- und Radwegs zwischen dem Kreisel beim Feuerwehrhaus und dem DLR. Sie ist insbesondere für in Richtung Weßling gehende Fußgänger, aber auch Radler segensreich, weil sie die starke Blendwirkung durch den auf der höher gelegenen Straße fahrenden Kfz-Verkehr entschärft.

Gemäß den vom Arbeitskreis Radverkehr STA erarbeiteten Qualitätskriterien für Alltagsradverbindungen sollen außerörtliche Wege nur dann beleuchtet werden, wenn sie hohes Rad- und Fußverkehrsaufkommen aufweisen. Dieses Kriterium ist zwischen Weßling und der DLR-Einfahrt erfüllt, sodass die Mobilitätswende einen entsprechenden Vorschlag machte, der vom Gemeinderat befürwortet wurde.

Beide Maßnahmen stellen deutliche Fortschritte auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Gemeinde Weßling, aber auch schöne Erfolge der Mobilitätswende dar. Wir danken Herrn Bürgermeister Muther, der Radverkehrsbeauftragten Frau Schuster, der Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat für die konstruktive Zusammenarbeit – und sind gespannt auf Rückmeldungen der Nutzer.

Heute ist Autofahren nur noch gestrig.

Was, bitteschön, soll modern daran sein, wenn über eine Tonne Stahl in Gang gesetzt werden muss, um einen durchschnittlich siebzig Kilo schweren Menschen zu transportieren?

Heute ist das beste Auto das, das erst gar nicht gebaut wird.

Aus dem Kommentar Das Problem sind die Autos von Lioba Werrelmann auf wdr.de am 19. September 2015.