Fortschritte auf dem Weg zur radlfreundlichen Gemeinde

von Gerhard Hippmann für Unser Dorf heute

Die Radlabstellanlage am Bahnhof genügt längst nicht mehr den heutigen Anforderungen.

In vom Kfz-Verkehr geplagten Kommunen können Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit durch fahrradfreundliche Infrastruktur erheblich verbessert werden. In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis mobil & lebenswert und durch lobenswerte Unterstützung des Gemeinderats konnte die Mobilitätswende in den letzten Monaten die folgenden Maßnahmen anstoßen, welche große Fortschritte auf dem Weg zur radlfreundlichen Gemeinde darstellen.

Wie bereits in der letzten Ausgabe berichtet, hat der Gemeinderat die Einrichtung zweier Fahrradstraßen „Bahnhof” (vom Sportplatz zum Maibaum) und „Pfarrstadel” (vom Uferweg zur Ettenhofener Straße) beschlossen. Mittlerweile kam auch von der Unteren Verkehrsbehörde grünes Licht, sodass der Umsetzung nichts mehr im Wege steht. Zu Redaktionsschluss war noch nicht bekannt, wann die Gemeindeverwaltung zur Tat schreiten wird.

Exkursion von Mobilitätswende-Aktiven mit
Radlständer-Praxistest.

Der sehnlichste Wunsch der meisten Radlerinnen und Radler in unserer Gemeinde ist sicherlich die Erneuerung der qualitativ und quantitativ unzureichenden Fahrradabstellanlagen am Bahnhof. Nachdem im Februar bekannt wurde, dass der Bahnhof erst 2026 barrierefrei umgebaut wird, und zudem der Fördersatz für Bike+Ride-Anlagen in 2018 auf 75 % erhöht wurde, nahm sich der AK mobil & lebenswert dieser Sache an. Mittlerweile liegen Konzeptplanungen in mehreren Varianten vor, die genügend viele Abstellplätze mit sicherem Stand, ausreichendem Seitenabstand, Rahmenansperrmöglichkeit, Überdachung und Beleuchtung bieten. Nach Abstimmung mit dem Ortsbildbeirat soll der erste Teil der Maßnahmen noch vor der Sommerpause im Gemeinderat beantragt und noch in diesem Jahr realisiert werden. Der zweite Teil ist für nächstes Jahr vorgesehen. Falls möglich sollen die alten Überdachungen für die Flüchtlingsunterkünfte weiterverwendet werden. Drücken Sie mit uns die Daumen, dass alles so klappt!

Auch die Radlabstellanlage des Weßlinger Schulhauses wird demnächst bedarfsgerecht erweitert und aufgewertet. Hier sind zusätzlich 24 Rollerständer und zwölf hochwertige, überdachte Radlständer geplant.

Seit vielen Jahren versucht die Mobilitätswende, einige rotmarkierte Radwegfurten im Gemeindegebiet durchzusetzen. Genauso wie Fußgängerüberwege (Zebrastreifen) werden diese im Landkreis Starnberg allerdings von Landratsamt, Straßenbauamt und Polizei stets mit merkwürdigen Begründungen abgelehnt. Dank ausdauerndem Einsatz der Verwaltung ist es nun endlich gelungen, eine erste Markierung über die Einfahrt zum Aldi anzubringen. Um drei weitere Furtmarkierungen (Buchenweg, Nelkenweg, Neuhochstadter Straße) wird weiter gerungen.

Fehlende Bordsteinabsenkung beim Edeka.

Auch beim Thema Bordsteinabsenkungen tut sich jetzt erfreulicherweise etwas. Die Mobilitätswende hatte 2013 eine priorisierte Liste mit 28 fehlenden Bordsteinabsenkungen im Gemeindegebiet erstellt, von denen in diesem Jahr die wichtigsten barrierefrei umgebaut werden. Davon profitieren nicht nur radelnde und rollernde Kinder, sondern auch behinderte und mobilitätseingeschränkte Menschen.

Wie die umfangreiche Zusammenstellung zeigt, gibt es in unserer Gemeinde in Sachen Radlinfrastruktur zurzeit viel Bewegung in die richtige Richtung.

2 Gedanken zu „Fortschritte auf dem Weg zur radlfreundlichen Gemeinde

  1. Ronald Sinda

    Hallo Stadtradler
    Ich hab noch einige Anregungen für Wessling und Umgebung.
    (Ich fahre von Wessobrunn zur DLR 40km mit dem Rad und freu mich über alle Wege
    auf denen ich nicht unnötig bremsen und beschleunigen muss.)
    1.) Kreuzung: Steinebacher/Meilingerweg z.B. mit Spiegeln versehen oder Meilingerweg zur
    Vorfahrtstraße machen =unnötiges Bremsen=Schwung nutzen.
    2.) Vom Bahnhof nach Norden, bis zum (gegenüber) Nelkenweg den Radweg direkt parallel zu den
    Gleisen ermöglichen? (hinter den alten vergammelten Lagerhallen herum)
    3.) (nicht Wessling) Aubach-Weg übers Feld Güntering > Seefelderkreuzung 2348/2086.
    Schüttung zu viel=bremst sehr, kostet bergauf sehr viel Kraft und Zeit. Vorschlag Weg ohne Schüttung
    4.) Umfahrung Meiling Bauernhof. Sehr Zeit- und Kraftraubend. Mehr Überredungsaufwand für
    Radtrasse parallel zur Allee 2086 aufwenden. (Bauer und Grund hergeben unlösbar)

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    1. Gerhard Hippmann Beitragsautor

      Danke für Ihre Anregungen und alle Achtung für 40 km Arbeitsweg mit dem Radl! Zu Ihren Punkten:

      1. Eine Umkehrung der Vorfahrtsregelung an der Kreuzung Steinebacher Weg/Meilinger Weg fordern wir schon lange und ist mittlerweile auch als Maßnahme für das Alltagsradroutennetz des Landkreises STA vorgesehen. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass diese Änderung mittelfristig beschlossen und umgesetzt wird. Dasselbe gilt für die Kreuzung Grünsinker Straße/Schulstraße, wobei hier die Zustimmung des Gemeinderats auf wackeligeren Beinen steht. Falls wir damit nicht durchkommen, werden wir uns für rechts-vor-links einsetzen.

      2. Eine Radverkehrsführung entlang der Bahngleise zwischen Maibaum und der Einmündung Nelkenweg wäre in der Tat sehr attraktiv. Wir haben diese Lösung erst kürzlich in einer Stellungnahme als maximal radlfreundlich beschrieben. Da das Areal zwischen den Gleisen und der Hauptstraße völlig neu gestaltet werden soll und ziemlich schmal ist, wird es dazu allerdings höchstwahrscheinlich nicht kommen, zumal eine sichere Querung am Ortseingang schwierig zu realisieren wäre.

      3. Ungeachtet unserer Einwände hat die Verkehrsmanagerin des Landkreises STA dafür gesorgt, dass der Aubachweg nicht zum Alltagsradroutennetz zählt. Sie geht davon aus, dass Radlerinnen und Radler durch Hechendorf über die Bahnhofsstraße fahren (mit Umweg, zusätzlichem Höhenunterschied und beschranktem Bahnübergang). Auch der absurde und gefährliche Umweg durch die Einbahnregelung am Anfang der Seestraße wurde von ihr befürwortet. Bitte senden Sie Verbesserungsvorschläge an die Radverkehrsbeauftragte des Landkreises: radwege@lra-starnberg.de

      4. Soweit es uns bekannt ist, hat der Seefelder Bürgermeister schon mit Nachdruck, aber erfolglos versucht, den blockierenden Grundstückseigentümer umzustimmen. Doch wo ein Wille, da ein Weg: Wenn es möglich ist, die A96 für 100 Mio € auszubauen, und einen Tunnel für 200 Mio € durch Starnberg zu bauen, dann kann es eigentlich kein großes Problem sein, eine Lösung für eine akzeptable Radverkehrsführung durch Meiling zu finden…

      Die Radroute zwischen Herrsching und Weßling wird im Radroutenkonzept zurecht als „überregionale Entwicklungsachse“ priorisiert. Auf dem existierenden Radweg reihen sich jedoch haufenweise haarsträubende Schwachstellen aneinander. Wer ihn kennt weiß, dass der Landkreis STA mitnichten fahrradfreundlich ist.

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