Reale Gefahr durch unsinnige Anschlussstellen

Leserbrief zum Beitrag 21-Jähriger stirbt bei Unfall in der Süddeutschen Zeitung vom 31. Januar 2020

Welch schrecklicher Unfall, was für ein sinnloser Tod, welches Leid für die Angehörigen! Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken, als ich das Foto betrachtete und den Artikel las. Ich fahre auf dieser Strecke fast täglich mit dem Fahrrad. Sie wird vom Landratsamt für Radfahrer als sichere Alternative zur Umfahrung von Unterbrunn/Oberbrunn empfohlen. Von Hochstadt Richtung Gauting bleibt ansonsten nur die Staatsstraße Oberpfaffenhofen – Unterbrunn mit den vielen Lkw und noch mehr eiligen Pkw auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause.

Nach dem Bau der Ortsumfahrung hätte man aus der Straße von Unterbrunn nach Oberbrunn mit Leichtigkeit ein ruhiges, sicheres Sträßlein für Fußgänger, Radfahrer und wenige Anlieger machen können. Statt dessen baute man die unsinnigen Anschlussstellen Oberbrunn-Süd und Unterbrunn-Nord und schuf damit eine reizvolle Strecke für sportliche Autofahrer, die nur allzu gerne das Kurvenverhalten ihrer Fahrzeuge austesten. Schließlich ist hier Tempo 100 erlaubt und dass diese Geschwindigkeit auf alle schwächeren Verkehrsteilnehmer, egal ob sie entgegenkommen oder überholt werden, mehr als bedrohlich wirkt, ist den wenigsten Autofahrern bewusst.

Dass die Gefahr für Radfahrer ganz real ist, ist mir jetzt noch ein bisschen deutlicher geworden. Wie leicht hätte es sein können, dass das Auto des jungen Fürstenfeldbruckers nicht nur einen Baum, sondern auch einen Radfahrer trifft und mit in den Tod reißt?

Leider interessiert diese Gefahr in unseren Amtsstuben nicht. Eine Fahrraddemonstration an genau dieser Stelle hatte keinerlei Resonanz bei den politisch Verantwortlichen. Und auch jetzt sucht man die Schuld eher bei etwas Glatteis auf der Straße oder den vier Bäumen am Straßenrand, als in den Köpfen von Politikern und Verkehrsplanern. So wird die Verkehrswende im Landkreis nicht gelingen!

Gerhard Sailer
Mobilitätswende Weßling

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