Zweite Verkehrszählung in der Hauptstraße

Wie bereits zwei Jahre zuvor führte die Mobilitätswende im November Verkehrszählungen in der Weßlinger Hauptstraße durch. Damit liegen vergleichbare Zählungen an denselben Orten und im selben Zeitraum (die beiden Wochen nach den Herbstferien) jeweils ein Jahr vor und ein Jahr nach der Eröffnung der Umgehungsstraße vor.

Die Messungen wurden wieder mit dem freundlicherweise vom VCD Bayern zur Verfügung gestellten Verkehrszählgerät Sierzega SR4 durchgeführt. Während der Zählung herrschte recht kalte, aber noch nicht winterliche Witterung, sodass von minimalem Freizeitverkehrsaufkommen ausgegangen werden kann. Verkehrsbehinderungen durch den Ausbau der Autobahn A96 und die Umgestaltung der Zufahrt zum DLR könnten einen gewissen, aber wahrscheinlich keinen grundlegend verändernden Einfluss auf die gemessenen Verkehrsströme gehabt haben.

Messstelle Gasthof Zur Post

Die erste Zählung fand vom Dienstag, 7. bis Samstag, 11. November auf Höhe des Biergartens des Gasthofs Zur Post statt. Gegenüber der Zählung vor zwei Jahren waren in diesem Zeitraum die seit Dezember 2016 installierten Fahrbahnverengungen vorhanden. Die mittlerweile eingeführte Geschwindigkeitsbeschränkung (30 km/h im südwestlich angrenzenden Abschnitt) galt hingegen noch nicht.

Neue Messstelle Hof Art

Die zweite Zählung fand vom Montag, 13. bis Sonntag, 19. November gegenüber des Einrichtungshauses Hof Art statt. Weil sich am ursprünglichen Messort mittlerweile eine fest installierte Geschwindigkeitsanzeige befindet, wurde das Gerät diesmal ca. 35 m weiter ortseinwärts angebracht.

Beim Gasthof Zur Post wurden an den Arbeitstagen Dienstag bis Freitag durchschnittlich 12.644 Kraftfahrzeuge, davon 474 Lkw gezählt. Im Vergleich zur Messung vor zwei Jahren (17.301 Kfz, 465 Lkw) hat sich die Verkehrsstärke demnach um 27 % reduziert. Die durchschnittliche gemessene Fahrgeschwindigkeit war diesmal ebenfalls geringer, und zwar 39 km/h in Richtung Herrsching bzw. 38 km/h in Richtung Gilching gegenüber 41 km/h (beide Richtungen) zwei Jahre zuvor. Das geringere Geschwigkeitsniveau wurde wahrscheinlich durch die Fahrbahnverengungen bewirkt.

Ähnliche Ergebnisse lieferte die Messung bei Hof Art. Hier hat sich die durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (Montag bis Freitag) von 16.561 Kfz (davon 417 Lkw) auf 12.245 (504 Lkw) verringert, das entspricht 26 %. Die durchschnittliche gemessene Geschwindigkeit lag in Richtung Gilching bei 45 km/h (2015: 46 km/h) und in Richtung Herrsching mit 43 km/h deutlich niedriger als vor zwei Jahren (47 km/h). Hier zeigt offenbar die fest installierte Geschwindigkeitsanzeige Wirkung, obwohl sie nicht dauernd funktioniert.

Es fällt auf, dass sich die Anzahl der gezählten Lkw an beiden Messorten nicht verringert hat. Dabei muss aber berücksichtigt werden, dass die Längenmessung der Fahrzeuge von der Kalibrierung des Messgeräts abhängt und daher nur relativ ungenaue Werte liefert, die mit einem systematischen Fehler behaftet sein können.

Ein weiterer prinzipbedingter Messfehler kann auftreten, wenn Fahrzeuge langsamer als acht km/h fahren und deshalb nicht mehr zuverlässig vom Radar erfasst werden. Daher könnten sowohl 2015 als auch 2017 beim Gasthof Zur Post infolge Staus ein kleiner Teil der Fahrzeuge nicht gezählt worden sein.

Zählort am Dellinger Kreisverkehr

Neben den Zählungen mit Radarmessgerät führte die Mobilitätswende nach Eröffnung der Umfahrung über ein Jahr manuelle Zählungen durch. Dazu wurden am Kreisverkehr an der Dellinger Höhe ein- bis dreimal monatlich in der Regel mittwochs am Morgen um ca. 8:30 Uhr und am Abend umd ca. 17:45 Uhr insgesamt 100 Kfz gezählt. Im Diagramm wird das gemittelte Verhältnis der Fahrzeuge auf der Umgehungsstraße (grün) und auf der Hauptstraße nach Weßling (rot) dargestellt: Die Nutzungsquote der Umfahrung stieg demnach bis Ende September von 21 % auf bis zu 39 % an und fiel im Herbst wieder auf 30 % ab. Die manuelle Verkehrszählung hat den Charme, dass sie jederzeit ohne technische Hilfmittel durchführbar ist.

Verhältnis der Verkehrsstärken am Dellinger Kreisverkehr

Alle Ergebnisse passen recht gut zu den im Oktober vorgestellten Zahlen der Gemeindeverwaltung und des Straßenbauamts. Erhebliche Unterschiede – von enttäuschend bis erfolgreich – gibt es dagegen in der subjektiven Bewertung des Nutzens der Umgehungsstraße. Eine wesentlich deutlichere Wirkung ist in Zukunft eher nicht zu erwarten, denn das auf Deattraktivierung der Ortsdurchfahrt basierende Konzept der Umfahrung wird von der am längeren Hebel sitzenden Regierung von Oberbayern als „Vergrämung” des überörtlichen Verkehrs beanstandet. Dass die unerträgliche Kfz-Verkehrsbelastung menschen- und umweltfreundlich mobilen Fußgängern und Radfahrern nach wie vor den Aufenthalt in der Hauptstraße vergrämt, findet bei den übergeordneten Verkehrsbehörden freilich keine Beachtung.

Weßling ist indes kein Einzelfall. In fast jeder Kommune im Großraum München zählt die Kfz-Verkehrsbelastung zu den drängensten Problemen der Bürgerinnen und Bürger. Dennoch wird der Kraftverkehr von Bund und Land noch immer ohne Sinn und Verstand mit allen Mitteln verteidigt und gefördert, weil mehr Verkehr fälschlicherweise mit mehr Mobilität gleichgesetzt wird – und das wahnsinnige Dogma des unendlichen Wirtschaftswachstums im Fokus aller Regierungsgeschäfte steht. Solange hier kein Paradigmenwechsel stattfindet, ist eine wesentliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum der Hauptstraße kaum realisierbar.

Die Mobilitätswende stellt hiermit alle erfassten Datensätze und Auswertungen der Öffentlichkeit zur Verfügung:

Messstelle Daten Auswertung
Gasthof Zur Post Daten Auswertung
Hof Art Daten Auswertung
Dellinger Kreisverkehr Daten

Das private Verkehrsaufkommen im Landkreis und Gemeinden muss vor dem Hintergrund einer erfolgreichen Umsetzung der vom Kreistag im Jahr 2008 beschlossenen „Energieautarkie” bis 2035 drastisch reduziert werden.

Aus dem Antrag Vision Mobilität 2020 der CSU-Kreistagsfraktion vom 3. März 2017.

Lesestoff zum Mitdenken

Die Aktivitäten der Mobilitätswende werden nicht durch Vorteilsnahme nach dem Nimby-Prinzip motiviert. Unser Antrieb sind vielmehr

  • verantwortungsvoller Ressourcenverbrauch und Schadstoffausstoß, um die Übernutzung der Erde zu stoppen,
  • globale Mobilitätsgerechtigkeit, das heißt Etablierung auf alle Menschen der Erde übertragbarer Mobilitätsformen und
  • lokale Mobilitätsgerechtigkeit, das heißt Integration und Gleichbehandlung „schwacher” Verkehrsteilnehmer wie Kinder, Fußgänger und Radler.

Das damit verbundene Hintergrundwissen entstammt zum großen Teil Sachbüchern, die sich nicht nur mit Mobilität und Verkehr, sondern auch mit übergeordneten Themen wie globale Gerechtigkeit, sozial-ökologische Transformation und Postwachstumsgesellschaft befassen.

Die Mobilitätswende und die SoKo Weßling stellen diese Literatur der Gemeindebücherei zur Verfügung. Fast 50 Bücher (siehe Liste unter Projekte/Booksharing) können Weßlinger Bürgerinnen und Bürger im Sachbuchzimmer (1. Stockwerk), vor allem in der Rubrik Klimaschutz/Energiewende, entleihen. Besonders lesenswert und erhellend sind folgende Titel:

Der Homo sapiens (lateinisch für vernünftiger Mensch) hatte gerade das Kunststück fertiggebracht, einen Großteil des in Jahrmillionen gebildeten Erdöls in einem Wimpernschlag der Erdgeschichte zu verplempern, und zwar auf die dämlichste Art und Weise, die vorstellbar ist: Er hatte diesen riesigen Schatz an Rohstoffen einfach verbrannt.

Aus dem Beitrag Gedämpfte Euphorie bei Algentreibstoffen von Bernd Schröder auf Telepolis im November 2017.

Verträglich Pendeln mit dem S-Pedelec

von Gerhard Hippmann für Unser Dorf heute

Seit 1960 hat sich der Kraftverkehr in Deutschland verzehnfacht. Heute werden jährlich unfassbare 600 Milliarden Kfz-Kilometer auf deutschen Straßen zurückgelegt – das 4000-fache der Entfernung zur Sonne. Dabei ist die Autoabhängigkeit in unserer Region besonders ausgeprägt: In der Gemeinde Weßling gibt es mehr Kraftfahrzeuge als volljährige Einwohner. Doch auch hier leben bewusst nachhaltig mobile Menschen wie zum Beispiel Herbert Karzel aus dem Ortsteil Weßling.

Herbert arbeitet im 24 Kilometer und 250 Höhenmeter entfernten Irschenhausen, das mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schlecht erreichbar ist. Ein so weiter Arbeitsweg lässt sich auch kaum regelmäßig mit dem Fahrrad bewältigen. Deshalb nutzt Herbert seit 2010 bevorzugt Pedelecs, zunächst in der normalen Variante, seit 2015 als schnelles S-Pedelec. Mittlerweile hat er damit mehr als 50.000 Kilometer zurückgelegt und radelt an etwa 180 Tagen im Jahr zur Arbeit – dank hochwertiger LED-Beleuchtung und Funktionsbekleidung auch bei Dunkelheit, Kälte, Regen und Schnee.

Herberts Pedelec im Winter

Während gewöhnliche Pedelecs nur bis 25 km/h elektrisch beim Treten unterstützen, hört der eingebaute Rückenwind bei den leistungsstärkeren S-Pedelecs erst bei 45 km/h auf. Da sie verkehrsrechtlich jedoch nicht einem Fahrrad, sondern einem Kleinkraftrad gleichgestellt sind, sind einige wesentliche Unterschiede zu beachten. So sind Führerschein (Klasse AM), Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und Helm verpflichtend vorgeschrieben, während Radwege, Anhänger und Spikereifen nicht benutzt werden dürfen. Wer Pedelecs im Alltag nutzt sollte übrigens einen fähigen Fachbetrieb kennen, weil Reparaturen nicht immer selbst durchgeführt werden können.

Für Herbert überwiegen dennoch die Vorteile, denn mit dem S-Pedelec braucht er für den Weg zur Arbeit inklusive Umziehen und Duschen nur etwa 20 Minuten länger als mit dem Auto. Dieser Unterschied ist freilich geschenkt, weil er sich gleichzeitig viel Zeit und Geld für sportliche Betätigung und Kfz-Unterhalt spart. Das S-Pedelec stellt für Herbert daher das optimale Pendel-Verkehrmittel dar. In der Freizeit ist er hingegen lieber mit Fahrrädern ohne elektrische Unterstützung unterwegs.

Obwohl die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland weniger als zehn Kilometer lange Arbeitswege hat, fahren nur neun Prozent mit dem Fahrrad zur Arbeit. Da ist noch viel Luft nach oben für menschen- und umweltfreundliches Pendeln mit dem Fahrrad, Pedelec oder S-Pedelec. Erfreulicherweise wird dieser Trend von immer mehr Arbeitgebern gefördert, indem sie ihren Mitarbeitern steuerlich begünstigte Diensträder sowie überdachte Fahrradabstellanlagen, Duschen und Umkleideräume anbieten.

Haben Sie schon darüber nachgedacht, Dieselgate, Dauerstau und Parkplatznot hinter sich zu lassen, für Alltagswege vom Auto auf ein ressourcenleichtes Zweirad aufzusteigen und damit einen wirklich wirksamen Beitrag zu Verkehrsberuhigung und Klimaschutz zu leisten? Lassen Sie sich von Herbert inspirieren!

Es geht nicht um einen Kampf für oder gegen das Auto, sondern es geht um einen Kampf für die Freiheit des Menschen aus der Diktatur von Fahrmaschinen.

Aus dem Buch Stehzeuge von Hermann Knoflacher, 2001.

Fahrradstraßen für Weßling

Verkehrszeichen Fahrradstraße mit Freigabe für Kfz-Verkehr

Die Mobilitätswende schlägt vor, in Weßling/Oberpfaffenhofen zwei für den Kraftverkehr freigegebene Fahrradstraßen einzurichten. Solche Straßen dürfen weiterhin mit allen Fahrzeugen benutzt werden. Dabei gilt eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h, und dem Radverkehr wird Vorrang gegenüber dem Kraftverkehr eingeräumt, das heißt Radler dürfen weder gefährdet noch behindert werden und das Nebeineinanderfahren ist ihnen erlaubt. Auf Vorfahrts- und Parkregelungen haben Fahrradstraßen keinen Einfluss.

Die erste, nördliche Fahrradstraße (blau) soll vom Sportplatz über den Meilinger Weg, den Walchstadter Weg, die Schulstraße und die Bahnhofstraße bis zum Maibaum verlaufen. An dieser Route liegen viele wichtige Ziele, die typischerweise mit dem Fahrrad angefahren werden: Der Skaterplatz, der Sportplatz mit Sporthalle, das bestehende und das zukünftige Schulhaus, die Radl Werkstatt, der Kindergarten Regenbogen, der Edeka-Markt mit Poststelle, die Kirche und das Pfarramt Christkönig, die VR-Bank, das Hotel Zur Post, der Bahnhof mit Bücherei und der Marktplatz. Außerdem stellt dieser Weg von Herrsching durch Weßling nach Gilching die wichtigste überregionale Radverkehrsverbindung der Gemeinde dar und wird im Alltagsradroutennetz des Landkreises der höchsten Priorität überregionale Entwicklungsachse zugeordnet. Deshalb sollten auch die Vorfahrtsregelungen an den Kreuzungen Meilinger Weg/Steinebacher Weg und Schulstraße/Grünsinker Straße umgekehrt oder zu rechts-vor-links geändert werden.

Die zweite, südliche Fahrradstraße (grün) soll von der Einmündung des Uferwegs in die Hauptstraße über Kreuzberg und Karpfenwinkel bis zum nordöstlichen Ende der Ettenhofener Straße verlaufen. Diese Route wird von Radlern bereits bevorzugt als Verbindung zwischen den Ortsteilen Oberpfaffenhofen und Weßling genutzt, weil dort die Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt ist und relativ wenig Kfz-Verkehr herrscht. Darüber hinaus werden in Zukunft vermehrt Kinder mit dem Fahrrad zwischen den Ortsteilen pendeln, weil die Grundschülerinnen und -schüler ab dem kommenden Schuljahr nach Jahrgangsstufen auf die Schulhäuser verteilt werden.

Die Einrichtung von Fahrradstraßen in Weßling klingt dramatisch, doch nüchtern betrachtet würde sich nur wenig ändern. Da auf beiden Routen bereits Tempo 30 gilt (bzw. in der Bahnhofstraße kaum überschritten werden kann), bleibt nämlich als wesentliche Änderung nur die Vorrangregelung für Radler, sofern welche unterwegs sind. So könnte mit minimalem finanziellen Aufwand und ohne bauliche Veränderungen (nur Beschilderung und Fahrbahnpiktogramme) der Radverkehr deutlich gefördert und sicherer gemacht werden. Nebenbei würde auf den beiden vom Verkehrsberuhigungsverein als Schleichwege identifizierten Verbindungen die Attraktivität für den Durchgangs-Kfz-Verkehr abnehmen. Darüber hinaus würde die Gemeinde zum Ausdruck bringen, dass sie eine neue Mobilitätskultur etablieren möchte, bei der der Kraftverkehr nicht mehr immer und überall im Vordergrund steht. Da es sich bei allen vorgeschlagenen Straßen um Gemeindestraßen handelt, ist die Gemeinde auch befugt, sie selbständig entsprechend umzuwidmen.

Obwohl Fahrradstraßen bereits vor 20 Jahren in der StVO eingeführt wurden, gibt es bisher keine einzige im Landkreis STA. Ähnlich wie Fußgängerüberwege (Zebrastreifen) und Geschwindigkeitsbeschränkungen werden sie von den Verkehrsbehörden auf Landkreisebene (Untere Verkehrsbehörde, Straßenbauamt und Verkehrspolizei) stets negativ bewertet, weil sie mit vermeintlichen Einschränkungen für den Kraftverkehr verbunden sind. Offenbar müssen sich dann die Belange von Fußgängern, Radfahrern und Anwohnern in unserem Landkreis in der Regel der freien Fahrt für Kraftfahrer unterordnen. Zeitgemäße Verkehrspolitik sieht anders aus: In München gibt es derzeit insgesamt 60 für den Kraftverkehr freigegebene Fahrradstraßen. Ein aktueller Evaluationsbericht durch externe Gutachter bewertet deren Akzeptanz und Verkehrssicherheit positiv.

Mit der Einrichtung von Fahrradstraßen könnte die Gemeinde Weßling also einen Schritt in Richtung zukunftsfähige, menschen- und umweltfreundliche Mobilität machen und damit im Landkreis vorneweg gehen – nahezu kostenlos und jederzeit einfach revidierbar.

Gemeinderat enttäuscht beim STAdtradeln

Historie der Weßlinger STAdtradel-Ergebnisse

Beim diesjährigen STAdtradeln legten 19 Weßlinger Teams mit 322 Teilnehmerinnen und Teilnehmern 62.241 km mit dem Radl zurück. Trotz der beiden neuen starken Teams OHB System AG und Verkehrsraum fairteilen setzte sich damit der leicht rückläufige Trend aus dem letzten Jahr fort. Wie in den meisten Landkreiskommunen fiel es Koordinatoren und Radlern im siebten Jahr schwer, das Motto Mit neuem Schwung mit Leben zu erfüllen und ein STAdtradel-Fieber wie im Glanzjahr 2013 zu entfachen.

Im Landkreisvergleich liegt die Gemeinde Weßling bei den Gesamtkilometern auf dem beachtlichen dritten Platz hinter Gauting und Starnberg, und in der Wertung Kilometer pro Einwohner mit 11,567 km wieder einsam an der Spitze. Während die Bürgerinnen und Bürger also einmal mehr ihre Freude am Radeln unter Beweis stellten, enttäuschte der Gemeinderat mit nur drei aktiven STAdtradlern, die im Landkreis auf dem zwölften von 14 Plätzen landeten. Dermaßen demonstratives Desinteresse und fehlendes Verständnis für Radverkehrsförderung ist angesichts der weiterhin massiven Verkehrsbelastung im Ort nicht nachvollziehbar.

Die Mobilitätswende dankt allen Teamkapitänen und Radlern fürs Mitmachen, denn nur wenn der Radverkehr deutlich sichtbar wird, kann er in der Kommunalpolitik im erforderlichen Maße Beachtung finden.