Archiv des Autors: Gerhard Hippmann

Wendegleis fördert autofreies Pendeln

Leserbrief zum Artikel Anwohner schalten Ministerium ein in der Süddeutschen Zeitung vom 2. Dezember 2014

In der Diskussion über das Wendegleis am Weßlinger Bahnhof ist es an der Zeit, denen eine Stimme zu geben, die den Bahnhofsumbau befürworten. Die überwiegende Mehrheit der Weßlinger profitiert in erheblichem Maße von der damit verbundenen Taktverstärkung und der Fahrzeitverkürzung. Allen voran diejenigen, die täglich nach München pendeln. Für sie bedeutet der geplante Einsatz der Express-S-Bahn eine erhebliche tägliche Zeitersparnis. Die S-Bahn wird so für noch mehr Menschen zu einer ernst zu nehmenden Alternative zum Auto. Und zwar von Herrsching, Seefeld oder Steinebach aus, denn wer dort einsteigt, fährt ab Weßling ohne Umsteigen Express und verschwendet keine Zeit mit Parkplatzsuche. Das Parkplatzangebot in Weßling wird ja nicht vergrößert, während zukünftig die Busanbindung wesentlich verbessert und hoffentlich auch bald das Stellplatzangebot für Fahrräder modernisiert und erweitert wird.

Die vielen Vorteile des Bahnhofumbaus mit Wendegleis kommen bei den Gegnern zu kurz. Der Gesprächstermin im Wirtschaftsministerium sollte genutzt werden, um konstruktive Lösungen für die von den Anwohnern befürchteten Probleme wie Lärm oder ein erhöhtes Verkehrsaufkommen zu finden. Eine bloße Verschiebung des Projekts in die Nachbargemeinde ist kontraproduktiv.

Astrid Kahle
Mobilitätswende Weßling

Repair Café und Spezialradeln

Vom Montag 20. bis Sonntag 26. Oktober findet die dritte Klimaschutzwoche der SoKo Weßling mit dem Thema Nachhaltigkeit statt. Das umfangreiche Programm beinhaltet Workshops und einen Vortrag von Wolfgang Pekny von der Plattform Footprint, eine Podiumsdiskussion und einen Familiennachmittag. Die Mobilitätswende unterstützt die SoKo durch zwei Aktionen:

Repair Café

Die Übernutzung der Erde steht in engem Zusammenhang mit werbestimuliertem Modekonsum und Wegwerfmentalität. Das in den Niederlanden erfundene Erfolgsmodell Repair Café stellt sich gegen diese Trends: Ehrenamtliche Reparaturspezialisten versuchen meist erfolgreich, von Besuchern mitgebrachte Produkte gemeinsam instandzusetzen. Dabei lernen Menschen, ihre Dinge mit anderen Augen zu sehen und sie wieder wertzuschätzen. Reparieren leistet einen Beitrag zur Mentalitätsveränderung, die für die Schaffung einer breiten Akzeptanz für eine nachhaltige Gesellschaft erforderlich ist. Im Mittelpunkt steht jedoch, dass Reparieren Spaß macht und meistens ganz einfach ist! Beim Repair Café der Klimaschutzwoche (am Samstag 25. Oktober von 13 bis 17 Uhr im Pfarrstadel) werden Stationen für Elektrokleingeräte, Fahrräder, Computer, Holz/Metall und Kleidung angeboten.

Spezialradeln

Fahrradfahren ist die mit Abstand energieeffizienteste Fortbewegungsart. Beim Spezialradeln (am Sonntag 26. Oktober von 13 bis 17 Uhr beim Pfarrstadel) stehen Sichtbarkeit und Funktionsnachweis fahrradbasierter Alltagsmobilität im Fokus. Erfahrene Radler präsentieren ihre mehr oder weniger ungewöhnlichen Fahrzeuge wie Falträder, Pendelpedelecs, Tandems, Liegeräder, Lastenräder und Anhänger und stehen Rede und Antwort zur alltäglichen Fahrradnutzung. Nach dem Motto „Steigen Sie auf!” sind die Besucher bei geeigneter Witterung eingeladen, die unzweifelhaft umweltfreundlichen und nachhaltigen Gefährte selbst auszuprobieren. Für Kinder werden Rundfahrten mit einer Rikscha angeboten.

Außerdem haben wir am Sonntag 26. Oktober Botschafter der Nachhaltigkeit eingeladen: Pioniere, die sich hier und heute ganz konkret für nachhaltiges Leben und Wirtschaften engagieren, stehen Rede und Antwort. Angefragt sind:

Wir hoffen und freuen uns auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher!

Tempo-30-Konzept fertiggestellt

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Das von der Mobilitätswende erstmals im November letzten Jahres vorgestellte Tempo-30-Konzept für die Gemeinde Weßling ist beschlussfertig. Die aktuelle Fassung wurde mit dem Verkehrsberuhigung Weßling e.V. und der Gemeindeverwaltung abgestimmt. Außerdem wurden rechtliche Bedingungen und Hinweise aus einem Gutachten der Unteren Straßenverkehrsbehörde des Landkreises eingearbeitet.

Das auch als interaktive Karte verfügbare Konzept ermöglicht die Beschränkung der Geschwindigkeit auf 30 km/h auf fast allen Gemeindestraßen bei deutlicher Reduktion der Schilderanzahl und wesentlich verbesserter Homogenität der Geschwindigkeits- und Vorfahrtsregelungen. Es stellt einen großen Schritt hin zu einer menschenfreundlicheren und nachhaltigeren Mobilitätskultur dar, wie sie auch in der Rahmenplanung Hauptstraße des Büros Dragomir Stadtplanung zum Ausdruck kommt. Weitere Infos gibt es hier.

Neuer Radlständer am Kiosk

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In der Zufahrt zum Kiosk am Badestrand gibt es eine neue Abstellanlage für zehn Fahrräder. Diesen Radlständer haben die 448 Weßlinger Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Stadtradeln 2013 als Preis für Ihren bayernweit (und sogar bundesweit) ersten Platz in der Kategorie fahrradaktivste Kommune mit den meisten Radkilometern pro EinwohnernIn erhalten.

Kompatibilität, Stellfläche, Standfestigkeit und Diebstahlschutz lassen keine Wünsche offen

Kompatibilität, Stellfläche, Standfestigkeit und Diebstahlschutz lassen keine Wünsche offen

Nach einer Ortsbesichtigung hatte der Gemeinderat über den Standort abgestimmt, und die Radverkehrsbeauftragte der Gemeinde hatte sich um Beschaffung und Installation gekümmert. Demnächst wird noch ein Hinweisschild angebracht werden, das auf den Bundessieg der Weßlinger hinweist.

Der Radlständer vom Typ Kappa der Münchner Firma Gronard ist die erste ADFC-zertifizierte Fahrradabstellanlage in Weßling. Er lässt hinsichtlich Kompatibilität, Stellfläche, Standfestigkeit und Diebstahlschutz keine Wünsche offen und wäre beim Radlständervergleichstest der Mobilitätswende mit der Note 1,9 als Sieger hervor gegangen.

Wir hoffen, dass dieser vorbildliche Radlständer den Weßlingerinnen und Weßlingern Anlass gibt, öfter mit dem Radl zum Kiosk bzw. Baden zu fahren, und wünschen uns, dass er andernorts zur Nachahmung anregt.

Offizielle Einweihung am 28. Juli mit Bürgermeister Michael Muther, Stifter Lothar Gronard, Gerhard Sailer, Gerhild Schenck-Heuck, anonym, Astrid Kahle, Gerhard Hippmann, Nachwuchsradler und Horst-Günter Heuck.

Radlständer-Vergleichstest

Schön urig aber völlig unbrauchbar: Il Plonner Remise

Schön urig aber weitgehend unbrauchbar: Il Plonner Remise

Fahrradabstellanlagen sind ein Teil der Radlinfrastruktur und leisten einen wichtigen Beitrag zur Fahrradfreundlichkeit einer Kommune. Gut benutzbare, sichere Radlständer in ausreichender Anzahl erhöhen die Attraktivität des Fahrrads als effizientestes Verkehrsmittel und stellen daher einen wesentlichen Baustein der Mobilitätswende dar.

Beim letzten ADFC-Fahrradklimatest 2012 beurteilten die Weßlinger Radlerinnen und Radler die Abstellanlagen in der Gemeinde mit der Schulnote 4,08. Die Mobilitätswende Weßling wollte es genauer wissen und hat einen Radlständer-Vergleichstest durchgeführt. Dafür haben wir alle 95 öffentlich zugänglichen Abstellanlagen mit insgesamt 808 Stellplätzen erfasst und hinsichtlich bestimmter Kriterien bewertet.

Für den Vergleich haben wir die Ständer drei Kategorien zugeordnet: Öffentlich steht für öffentliche Einrichtungen, für Kunden für Geschäfte und Praxen und für Besucher und Mitarbeiter für Wohnanlagen und Gewerbebetriebe ohne Ladengeschäft. Nur die beiden ersten Kategorien sind Gegenstand des Vergleichstests, weil bei letzterer auch nicht öffentlich zugängliche Abstellmöglichkeiten berücksichtigt werden müssten.

Zur Bewertung verwenden wir das Schulnotensystem. Dabei wurde die Note 6 nur vergeben, wenn gar kein Radlständer vorhanden war. Die rote Laterne teilen sich daher 23 Geschäften/Praxen und acht öffentliche Örtlichkeiten. Weiterlesen

Radverkehrskonzept für die Gemeinde Weßling

radverkerskonzept_titelbildUnter dem Titel „Weßling auf dem Weg zur Fahrradfreundlichen Kommune” stellt die Mobilitätswende ein Radverkehrskonzept für die Gemeinde Weßling vor. Darin wird dargelegt, weshalb der Radverkehr gezielt gefördert werden soll, und es werden konkrete Empfehlungen für die Gemeindeverwaltung, sowie für den Bedarf und die Gestaltung von Abstellanlagen, Serviceangeboten, überörtlichen und innerörtlichen Radverkehrsanlagen gemacht.

Das Konzept weist den Weg zur AGFK-zertifizierten Fahrradfreundlichen Kommune. Es fasst über mehrere Jahre gesammelte Erfahrungen und Ideen der alltagsradelnden Mobilitätswendemitglieder, sowie Anregungen von STAdtradelteilnehmern und Radlstammtischbesuchern zusammen. Außerdem stellt es eine Voraussetzung für die Förderung gemäß Kommunalrichtlinie der Bike&Ride-Anlage am Bahnhof dar.

Die Mobilitätswende ist sich bewusst, dass nicht alle im Radverkehrskonzept enthaltenen Maßnahmen kurzfristig und unverändert umsetzbar sind. Dennoch ist eine vollständige Zusammenstellung der Problempunkte und Verbesserungsvorschläge hilfreich für Radler, Politik und Verwaltung. Das Konzept wird regelmäßig aktualisiert werden, um stets den aktuellen Stand der Radverkehrssituation in der Gemeinde zu beschreiben. Für Anregungen und konstruktive Kritik haben wir ein offenes Ohr.

„Zu Fuß zur Schule” 2014

Wie im letzten Jahr rufen der Förderverein und das Kollegium der Grundschule Weßling ihre Schülerinnen und Schüler für drei Wochen (vom 24. März bis 11. April) zur Aktion Zu Fuß zur Schule auf. Die Kinder sollen ihre Wege während dieser Zeit (und gerne darüber hinaus) möglichst aus eigener Kraft und umweltfreundlich zurück legen. Dafür werden im Kinder- und Elternbrief zur Aktion viele gute Gründe genannt:

  • Gemeinsamer Fußmarsch macht Spaß,
  • schont die Natur,
  • fördert die Konzentration,
  • stärkt die Abwehrkräfte,
  • weniger Straßenverkehr,
  • damit weniger Gefahren und
  • schont den Geldbeutel.

Jedes Schulkind erhält einen Pass, in den es täglich mit je einem Punkt jede Strecke einträgt, die es umweltfreundlich zur Schule und wieder nach Hause gekommen ist. Dabei zählt neben Füßen, Roller und Radl auch der Schulbus. Die Eltern werden gebeten, die Aktion zu unterstützen, indem sie ihren Kindern den autofreien Schulweg ermöglichen, und die Gelegenheit nutzen, ihr eigenes Mobilitätsverhalten zu prüfen.

Am Samstag, 29. März, wird die Aktion wieder durch den Workshop Radl reparieren ergänzt. Mit Unterstützung von Auszubildenden des Vereins Werkstätte für Zweiradmechanik können Kinder und Eltern ihre Fahrräder fit für den Frühling machen. Weitere Attraktionen sind die Gestaltung von Plakaten, die Vorführung des thematisch passenden Kinofilms Die Kinder vom Napf und die gemeinsame Pflanzung eines Baums.

Die Mobilitätswende Weßling unterstützt die Aktion durch die technische Umsetzung und den Aushang einer Plakatserie. Die zwölf hübschen Motive wurden von Schülerinnen und Schülern der Weßlinger Grundschulen gestaltet.

Wir wünschen allen Beteiligten viel Spaß und Erfolg und hoffen, dass die Aktion viele Familien zu einem dauerhaften Schritt in Richtung nachhaltige Mobilität anregt.

Weßling setzt Radverkehrsbeauftragte ein

Als erste Kommune im Landkreis Starnberg setzt die Gemeinde Weßling eine Radverkehrsbeauftragte ein. Bürgermeister Michael Muther hat Anfang Februar Frau S. für diese Funktion ernannt. Frau S., die ihre bisherigen Aufgabengebiete beibehält, hatte schon seit Frühjahr 2013 als Ansprechpartnerin für die Mobilitätswende Weßling agiert und sich dabei bereits bestens in das Thema Radverkehr eingearbeitet. Ausschlaggebend für ihre Ernennung war sicherlich der Bundessieg der Weßlinger Radlerinnen und Radler beim Stadtradeln 2013.
Die Mobilitätswende begrüßt diesen wegweisenden Schritt ausdrücklich und hofft, dass die anderen Landkreiskommunen bald nachziehen. Denn die vom Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Verkehr des Kreistags beschlossene Planung eines landkreisweiten Alltagsradwegenetzes kann nur mit kompetenten Ansprechpartnern in den Kommunen gelingen. Außerdem ist die Einsetzung eines Radverkehrsbeauftragten Voraussetzung für die AGFK-Zertifizierung als Fahrradfreundliche Kommune in Bayern.
Wir wünschen Frau S. viel Freude und Erfolg für ihr neues Aufgabengebiet und freuen uns auf weiterhin freundliche und gedeihliche Zusammenarbeit.

Zeit zum Abrüsten

In Ihrem Artikel „Zeit zum Gasgeben“ stellen Sie Elektromobilität weitgehend mit Elektroautos gleich. Damit übernehmen Sie die Darstellung der Autolobby und der nach ihrer Pfeife tanzenden Bundesregierung. Richtig ist, dass im Landkreis Elektromobilität mit der S-Bahn seit Jahrzehnten funktionierende Realität ist – ganz ohne Reichweitenproblem. Wer die Autobrille abnimmt, erkennt auch, dass die von der Bundesregierung im Jahr 2020 angestrebten eine Million Elektrofahrzeuge längst in Form von Pedelecs unterwegs sind.

Kraftverkehrsverbände und Politik propagieren die in Ihrem Beitrag wiedergegebene Vorstellung, aufgrund rückläufiger Erdölförderung stünde im Mobilitätssektor lediglich ein Wechsel des Kfz-Antriebssystems bevor. Tatsächlich stoßen wir aber auch beim Elektroauto an Resourcengrenzen, die eine massenhafte Verbreitung unmöglich machen: Der unvermeidliche Flächenverbrauch für die Energiegewinnung, und der beim Stand der Technik extrem hohe Rohstoff- und Energiebedarf für die Produktion.

Trotzdem ist das erwähnte eCar-Sharing-System eine gute Idee. Denn Elektroautos können zum nachhaltigen Mobilitätsmix der Zukunft beitragen, wenn sie von größeren Personenkreisen gemeinsam genutzt werden.

Wer allerdings schon(?) heute postfossil mobil sein will, sollte nicht mit dem Umstieg auf ein Elektroauto liebäugeln, sondern seine alltäglichen Wege umorganisieren, sodass er sie zu Fuß, mit dem Radl/Pedelec oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigen kann. Das gilt auch für Rathaus-Mitarbeiter.

Gerhard Hippmann
Mobilitätswende Weßling

Rückblick auf das erste Jahr

Im November 2012 wurde die Mobilitätswende Weßling gegründet. Seitdem hat sie viele Projekte angepackt und nicht wenige erfolgreich abgeschlossen.

Bike&Ride am Bahnhof

Die wohl meisten Aktivitäten steckte die Mobilitätswende in die Erneuerung der Bike&Ride-Anlage am Bahnhof – das bisher einzige Projekt, welches auch erhebliche finanzielle Anstrengungen erfordert. Gemäß einer vom MVV durchgeführten und am 24. September im Gemeinderat vorgestellten Bedarfsermittlung werden am Bahnhof 230-270 (statt derzeit 190) Radlstellplätze benötigt. Die Mobilitätswende hat Konzepte mit verschiedene Lösungen für Ort, Anlagentyp und Überdachung erstellt und mit der Verwaltung und dem Ortsbildbeirat diskutiert. Durch Ortstermine mit Herstellern von Abstellanlagen liegen dafür realistische Entwürfe und Kostenschätzungen vor. Außerdem konnte die Mobilitätswende sehr weitreichende finanzielle Fördermöglichkeiten ausmachen.

Dass das Projekt bisher noch nicht angegangen wurde, liegt am geplanten barrierefreien Umbau des Bahnhofs. Das Konzept hierfür soll der Gemeinde Anfang 2014 vorgestellt werden. Verwaltung und Mobilitätswende verfolgen das Ziel, die Bike&Ride-Anlage stimmig in dieses Konzept einzuplanen.

Geh- und Radweg nach Gilching

Vor einem Jahr befand sich der Geh- und Radweg nach Gilching in einem erbärmlichen Zustand. Dieser Missstand wurde im April durch eine aufwändige Sanierung behoben. Es darf, muss aber nicht bezweifelt werden, dass das Schreiben der Mobilitätswende an den damaligen Staatsminister in dieser Sache hilfreich war.

Weiter wurde im Herbst der Abschnitt zwischen dem Kreisverkehr und der Ortseinfahrt mit einer seit vielen Jahren gewünschten Beleuchtung ausgestattet. Die Planung der in zeitgemäßer LED-Technik ausgeführten Anlage wurde maßgeblich von SoKo-Kopf und Mobilitätswende-Mitglied Horst-Günter Heuck unterstützt.

Sanierung Argelsrieder Straße

Wenn Änderungen an Radverkehrsanlagen anstehen, wird die Mobilitätswende dankenswerterweise stets vorab von der Verwaltung darüber informiert. So wurde die Erweiterung der Radverkehrsanlagen im Rahmen der Sanierung der Argelsrieder Straße zunächst mit Wohlwollen begutachtet. Allerdings beschloss der Gemeinderat in seiner Sondersitzung am 30. April, auf die Geh- und Radwegverbindung zwischen dem Kreisverkehr und der Aldi-Einfahrt zu verzichten, um die dort stehenden Bäume zu erhalten. Durch einen Ortstermin mit dem Bürgermeister und einer Anfrage bei Aldi konnte die Mobilitätswende zeigen, dass sich der Weg fortsetzen lässt, ohne die Bäume zu fällen. Diese Lösung nahm der Gemeinderat am 25. Juni an, und sie wurde mittlerweile umgesetzt.

Ebenso wurde die Mobilitätswende für eine angedachte Umgestaltung der Einmündung Gautinger Straße – Hauptstraße sowie der DLR-Einfahrt um Stellungnahme aus Radlersicht gebeten.

Radverkehrsinfrastrukturmängel

Einige der von der Mobilitätswende dokumentierten Infrastrukturmängel wurden im vergangenen Jahr von der Gemeinde behoben: Für Rad- und Fußverkehr durchlässige Sackgassen wurden entsprechend beschildert, und die Beschilderung von Geh- und Radwegen wurden korrigiert bzw. verbessert.

Zu Fuß zur Schule

Die Mobilitätswende unterstützte die Aktion Zu Fuß zur Schule des Fördervereins der Grundschule Weßling mit der Gestaltung, Produktion und Aufstellung begleitender Plakate.

Willkommensradltouren

Obwohl eigens dafür gestaltete Flugblätter beim Einwohnermeldeamt ausliegen, wurden im vergangenen Jahr nur zwei Willkommensradltouren für Neubürger nachgefragt und durchgeführt. Um so ermutigender waren die durchwegs positiven Rückmeldungen der Teilnehmerinnen.

STAdtradeln

Das STAdtradeln 2013 übertraf alle Erwartungen: Weßling siegte mit großem Vorsprung in der Wertung Fahrradaktivste Kommune mit den meisten Radkilometern pro EinwohnerIn, und der Landkreis STA belegte den zweiten Platz in der Gesamtkilometerwertung – noch vor der Radlhauptstadt München.

Sowohl auf Gemeinde- als auch auf Landkreisebene stehen Mitglieder der Mobilitätswende maßgeblich als Organisatoren hinter diesen Erfolgen, die mittlerweile wichtige Impulse in Verwaltung und Politik setzen. Nicht zuletzt fand auch die Mobilitätswende durch das Stadtradeln zusammen.

Tempo-30-Konzept

Gemäß einem Beschluss des Gemeinderats am 2. Juli erstellte die Mobilitätswende ein Tempo-30-Konzept für die Gemeinde Weßling, das eine Beschränkung der Geschwindigkeit auf fast allen Gemeindestraßen bei deutlicher Reduktion der Schilderanzahl ermöglicht. Nach Prüfung durch die untere Verkehrsbehörde im Landratsamt kann das Konzept umgesetzt werden.

AG Radverkehr

Die vom ADFC STA gegründete Arbeitsgemeinschaft Radverkehr setzt sich konstruktiv für die Förderung des Radverkehrs im Landkreis ein und berät die untere Verkehrsbehörde im Rahmen des Arbeitskreises Radverkehr. In dieser Konstellation werden derzeit Kriterien für ein landkreisweites Alltagsradnetz erstellt. Dabei wirken mehrere Mitglieder der Mobilitätswende mit.

Offene Arbeitsweise

Die Mobilitätswende versteht sich als gemeinnützige Bürgerinintiative und arbeitet möglichst offen und durchsichtig. Aktuelle Aktivitäten werden in der Presse (z. B. Unser Dorf heute), in Präsentationen (z. B. in der Gemeinderatssitzung am 2. Juli) und auf dieser Webseite bekannt gemacht. Die Beiträge der Webseite können von Besuchern kommentiert werden. Interessenten können an den monatlichen Treffen teilnehmen, um sich zu informieren oder einzubringen.

Fazit

Im ersten Jahr der Mobilitätswende wurden viele Projekte angegangen und teilweise auch erfolgreich abgeschlossen. Ein Blick auf die Parkplätze vor Kindergärten, Schulen und Einkaufsmärkte zu Stoßzeiten zeigt jedoch unmissverständlich, dass sich in Weßling in keinster Weise eine Mobilitätswende andeutet: Die unreflektierte Kfz-Nutzung ist nach wie vor selbstverständlich und Radverkehr wird weiterhin verniedlicht. Außerdem ist durch die Ergebnisse der Landtags- und Bundestagswahlen auch mittelfristig nicht mit Bemühungen von oben um nachhaltige Mobilität zu rechnen. In diesem frühen Stadium und unter diesen politischen Rahmenbedingungen kann sich die Mobilitätswende nur für vorbereitende Maßnahmen einsetzen, die zu gegebener Zeit ein weniger böses Erwachen aus dem Ölrausch ermöglichen.